Multikulti Familien – Problem oder Glücksfall?

Posted By on 21. September 2015

multikulti-EheEuropa ist, auch wenn es manchmal nicht so aussieht, schon längst zusammengewachsen. Dieser Prozess weitet sich momentan auch auf außereuropäische Nationen aus. Fremde Menschen kommen in großer Zahl in unser Land, über die Gründe soll an dieser Stelle nicht diskutiert werden. Mir geht es in diesem Artikel darum, wie sich das Zusammentreffen von zwei Nationalitäten, Kulturen und vielleicht auch von zwei Religionen auf ein Paar und deren gemeinsamen Kinder auswirkt, insbesondere wenn aus dem Liebes- und Lebenspaar ein Elternpaar wird.

Die Erziehung eines Kindes ist von vielen Faktoren geprägt. Zweifellos gehört die eigene Weltanschauung zu den Kriterien, die den meisten Einfluss auf die Elternschaft nehmen. Ist Vater oder Mutter aktiv praktizierend religiös, fließen auch diese Werte mit in die Erziehung ein. Soziologen haben das alles längst erforscht, aber wenn aus der Theorie dann Praxis wird, ist es doch eine ganz andere Sache. Jedes multikulti Elternpaar macht jetzt seine eigenen Erfahrungen. Und es gibt eine ganze Menge Gründe dafür, eine derartige Situation als bereichernd anzusehen.

Probleme gibt es immer einmal, ob multikulti oder nicht

Immer wieder hört man kritische Stimmen, die eine Zwei-Nationalitäten-Ehe als schwierig empfinden, gerade wenn Kinder auf die Welt kommen. Es ist natürlich nicht wegzudiskutieren, dass diese Situation besondere Achtsamkeit herausfordert, wenn das Projekt Multikulti in der Familie gelingen soll.

Vermutlich gibt es auch immer wieder mal Probleme, aber seien wir doch mal ehrlich: in welcher Familie gibt es die nicht? Der Fernsehkonsum der Kinder, die Festlegung der Zeit, wann die Kids zuhause sein müssen oder die Frage, ob die Teenagertochter wirklich den superkurzen Rock draußen anziehen soll/darf – diese Themen sorgen auch in einer deutsch-deutschen Elternschaft für Zündstoff. Ich möchte meinen Blick aber ganz gezielt von den Problemen weg und zu den Vorteilen hin wenden, die Kinder von Eltern mit unterschiedlichen Nationalitäten genießen.

Kinder von Multikulti-Eltern haben Vorteile

Als erster Vorteil fällt mir die Mehrsprachigkeit ein. Die Sprache der Mutter und die Sprache des Vaters – wenn Eltern konsequent zweisprachig erziehen, lernt das Kind von vorneherein schon mal zwei Sprachen. Kommt in der Schule dann noch Englisch als Fremdsprache dazu, ist ein Kind multikultureller Eltern, mir nichts dir nichts, dreisprachig. In einer Welt, die mehr und mehr zusammenwächst, wo wirtschaftlich schon jetzt global gedacht wird und in der sich künftige Generationen mehr und mehr als Weltbürger sehen werden, kann eine mehrsprachige Erziehung nur von Vorteil sein. Die Sprachentwicklung eines Kindes ist ca. ab dem 18. Lebensmonat am intensivsten. Wenn Papa und Mama mit dem Kind in der jeweiligen Landessprache sprechen, kann es zwar sein, dass sich die Sprachentwicklung etwas verlangsamt, aber unterm Strich gibt es schon bald einen großen Bonus! Nämlich den der Zweisprachigkeit.

Kulturelle Vielfalt als große Chance für die Zukunft

Kulturelle Vielfalt kann wohl niemand als nachteilig empfinden. Kinder, die schon von klein auf ein großes Spektrum an Kultur, an Gebräuchen, an Werteverständnis und an Weltanschauung mitbekommen, entwickeln sich viel leichter zu Menschen, die anderen Menschen gegenüber offen sind. Und genau das braucht die Gesellschaft in der Zukunft. Genau das brauchen aber auch die Kinder, wenn sie später im Erwachsenenleben auf eigenen Beinen stehen und sich in einer bunten und vielfältigen Welt zurecht finden sollen. Meiner Meinung nach profitieren Kinder von Multikulti-Eltern auf der ganzen Linie.

Was ist, wenn es in der Familie unterschiedliche Religionen gibt?

Diese Frage müssen sich alle Eltern mit unterschiedlichen Religionen stellen, die ihren Glauben praktizieren und auch ihre Kinder im Glauben erziehen möchten. Gehen die religiösen Grundlagen der Weltanschauung sehr auseinander, wird eine Einigung auf einen Weg unumgänglich sein. Wer sich hier durchsetzt, wer sich tolerant zeigen kann, oder ob beide aufeinander zugehen können, ist nicht nur in Bezug auf die Elternschaft eine wichtige Frage, die beantwortet werden muss. Diese Situation wird also nicht erst dann spruchreif, wenn ein Kind auf die Welt kommt. In dieser Problematik steckt viel Zündstoff – aber sie ist nicht unlösbar.

Ich wünsche Euch allen ein glückliches Familienleben, egal, aus welchem Land Ihr kommt, welche Religion Ihr leben wollt und welche Sprache Ihr sprecht. Die Liebe zu Euren Kindern wird Euch zu Lösungen führen, falls es mal mit der Multi-Kulti-Harmonie nicht auf Anhieb klappen sollte.

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