Hilfe – die KITA hat geschlossen!

Posted By on 16. Juni 2015

Streik

© Darius Turek – 123RF

Wenn man Kinder hat und weiterhin seinem Beruf nachgeht, dann ist man auf eine Kinderbetreuung angewiesen. Wie wichtig die Kinderbetreuung ist, merkt man erst, wenn diese urplötzlich ausfällt. Ich möchte Euch im folgenden ein paar Tipps geben, wie Ihr solchen Situationen begegnen könnt. Einige dieser Gedanken werdet Ihr auch selbst schon gehabt haben, aber wenn das gefürchtete Szenario eintritt, muss man schnell reagieren und da ist es gut, auf eine Liste mit hilfreichen Vorschlägen zurückgreifen zu können.

 

KITA geschlossen – 7 Tipps zur alternativen Kinderbetreuung

Hier muss man erst einmal die Gründe kennen, warum eine Kita nicht öffnet. Und da kann es viele geben. Manchmal grassiert eine sehr ansteckende Kinderkrankheit und die Einrichtung schließt vorübergehend und vorsorglich, um nicht noch mehr Kinder zu gefährden. Es kann aber auch sein, dass ein großer Teil des Personals selbst erkrankt ist und die Versorgung und Betreuung der Kids nicht mehr gewährleistet werden kann.
Das gilt natürlich auch für technische Schäden am Gebäude, die dazu zwingen, die Einrichtung vorübergehend zu schließen.
Tja … und wie wir spätestens seit Mai 2015 wissen, kann auch ein längerfristig angelegter Streik der Erzieher und Erzieherinnen die gewohnte Kinderbetreuung komplett lahm legen. Und dieser Streik ist gesetzmäßig erlaubt.
Was also tun, wenn die Kinderbetreuung ausfällt?

Lösung 1: Bildung von Notgruppen:

In den meisten Kommunen werden so genannte Notgruppen eingerichtet, in die man Kinder bringen kann, wenn der Kindergarten, z.B. wegen eines Streiks, geschlossen hat. Wie der Name schon sagt, können dort nur Kinder aufgenommen werden, für die absolut keine andere Ersatzbetreuung organisiert werden kann. Für die Kids ist diese Notbetreuung nicht unbedingt die beste Lösung, denn es hat dort weder die gewohnte Umgebung, noch die gewohnten Spielkameraden und erst recht nicht die bisher gewohnten Erzieher/Erzieherinnen.

Lösung 2: Urlaub nehmen:

Die einfachste Art, einer unplanmäßigen vorübergehenden Schließung von Kinderbetreuungseinrichtung zu begegnen, ist selbst zu Hause zu bleiben, um für das Kind da zu sein. Da dies aber den wenigsten Eltern möglich ist, kann man diesen Punkt auch schon als abgehakt betrachten.

©tunedin- 123 RF

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Lösung 3: Verwandte fragen:

Der nächstliegende Lösungsansatz, der in die engere Wahl kommt, heißt Oma und Opa fragen. Eltern, die in solchen Situationen auf seine Eltern oder auf Verwandte zurückgreifen können, die erstens Zeit haben, zweitens in der Nähe wohnen und drittens auch gerne einspringen, können sich glücklich schätzen. Doch oftmals ist diese Art der Hilfe auch nicht verfügbar und man muss weitere Alternativen suchen.

Lösung 4: Den Arbeitgeber fragen:

Gerade in den letzten Wochen beim Streik der Erzieherinnen/Erzieher 2015 hat sich gezeigt, dass es erfreulich viele Arbeitgeber gibt, bei denen Familienfreundlichkeit nicht nur zur Zierde im Firmenportrait steht. Klar, es ist logischerweise nicht an jedem Arbeitsplatz möglich, den Nachwuchs einfach mitzunehmen, aber an einigen in Notfällen eben doch.
So gibt es gibt tatsächlich Firmen, die für solche Fälle eine spontan organisierte Kinderbetreuung in der Firma ermöglichen. Gerade dann, wenn durch einen Ausfall der Kinderbetreuungsmöglichkeiten, wie etwa durch einen Streik, mehrere Arbeitnehmer betroffen sind, lohnt es sich auch für den Arbeitgeber, dafür zu sorgen, dass die betroffenen Eltern in solchen Fällen nicht ausfallen müssen und zur Arbeit kommen können. Nur keine Zurückhaltung: Frag doch einfach bei deinem Chef mal nach. Fragen kostet nichts und vielleicht ergibt sich ja eine Möglichkeit. Ein Argument, das Du anbringen kannst: Die Firma kann sich durch solche familienfreundlichen Aktionen in der Öffentlichkeit sehr gut darstellen. Der Imagegewinn durch eine derart bewiesene Flexibilität ist nämlich nicht zu unterschätzen.

Lösung 5: Organisiere eine private Kinderbetreuung auf Gegenseitigkeit:

Unter den betroffenen Elternteilen kann eventuell im Wechsel eine Betreuung in kleinen Gruppen stattfinden. Hier heißt es: Miteinander reden hilft. Aber in der Regel sind junge Eltern ohnehin gut untereinander vernetzt und mit etwas gutem Willen sollte es möglich sein, sich gegenseitig zu helfen. Schließlich profitieren alle davon.

Lösung 6: Nachbarschaftshilfe:

Hast Du nette Nachbarn, denen Du vertrauen kannst? Vielleicht ist Deine Bitte um Unterstützung ja auch der Beginn eines tollen nachbarschaftlichen Verhältnisses, in das Du dich künftig auch einbringen könntest, falls Du das nicht ohnehin schon tust! So manch ältere Person wäre vielleicht froh, wenn Du ab und zu mal die Einkäufe erledigst und passt im Gegenzug sehr gerne auf Deinen Nachwuchs auf.

Lösung 7: Babysitter engagieren:

Wenn alle Stränge reißen, muss ein Babysitter engagiert werden. Im günstigsten Fall hast Du bereits Kontakt zu einer vertrauenswürdigen Person, die ohnehin ab und zu als Babysitter bei Dir oder Bekannten einspringt. Vielleicht kann diese Person vorübergehend auch zu den Zeiten für Deine Kids da sein, in denen die Kleinen sonst im Kindergarten oder im Hort wären.

Finanzielle Mehrbelastung durch Ausfall der Kinderbetreuung

Gerade wenn es um das Engagieren eines Babysitters geht, kommen natürlich Zusatzkosten auf Dich zu. Bei einem Streik der Erzieherinnen in Einrichtungen der öffentlichen Hand werden zum Teil die angefallenen Beiträge zurückbezahlt. Aber selbst dann kannst Du davon ausgehen, dass Du für eine zuverlässige Betreuung für die Zeit des Streiks mehr Geld ausgeben musst als eingeplant. Erst recht, wenn keine Beiträge erstattet werden, denn dazu sind die Kommunen nämlich nicht verpflichtet und es ist sozusagen ein Guter Wille des Trägers, wenn es doch geschieht.
In diesem Zusammenhang ist es gut zu wissen, dass Kosten für Kinderbetreuung bis zu einem Höchstbetrag von 4000 Euro von der Steuer abgesetzt werden können. Darin enthalten sind aber alle Kosten, die im Jahr anfallen, also auch die Kita-, Kindergarten- und Hortgebühren.
Nun wünsche ich Euch allen, dass die Zeiten, in denen eine spontane Ersatz-Kinderbetreuung organisiert werden muss, künftig so selten wie möglich eintritt. Für den Notfall solltet Ihr aber immer einen Notfallplan parat haben, um schnell auf solche Situationen reagieren zu können.

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